Karpaltunnelsyndrom

Karpaltunnelsyndrom Behandlung in Bonn

Das Karpaltunnel-Syndrom, abgekürzt KTS, entspricht einer Kompression des Mittelnervs (Nervus medianus) im Handwurzeltunnel (= Karpaltunnel). An dieser Stelle läuft der Nervus medianus zusammen mit 9 Sehnen vom Unterarm in die Hand, zu den Fingern. Die Tunnelbegrenzung wird an den Seiten und am Boden von den Handwurzelknochen gebildet. Das Handwurzelband (Retinakulum flexorum) schliesst oben als Dach den Karpaltunnel ab (auf der Abbildung sind die Sehnennicht eingezeichnet).

Karpaltunnelsyndrom Behandlung in Bonn

Was sind typische Symptome eines Karpaltunnel-Syndromes?

Nerven sind sehr druckempfindlich – Stichwort “Musikantenknochen” (Ellennerv am Ellbogen) – hält diese Kompression an, kommt es zu Kribbeln, Taubheitsgefühl und oft sehr unangenehmen Schmerzen. Diese strahlen oft bis in die Schulter aus. Typisch sind besonders nächtliche Beschwerden. Regelmässig treten diese Symptome aber auch beim Fahrradfahren, Telefonieren und bei der EDV-Arbeit auf. Zusätzlich bemerken die meisten Patienten eine zunehmende Ungeschicklichkeit. Dinge werden fallengelassen, weil das Feingefühl fehlt. In ausgeprägten Fällen kommt es zu einer Verschmächtigung des Daumenballens, der sogenannten Thenaratrophie.

Karpaltunnelsyndrom (Thenaratrophie) in Bonn behandeln lassen

Wie entsteht ein Karpaltunnel-Syndrom?

Der Karpaltunnel kann sich nicht ausdehnen. Wenn es zu einer Volumenvermehrung der Strukturen im Tunnel kommt, wird die empfindlichste Struktur, der Nervus medianus geschädigt. Als Ursachen für ein Karpaltunnel-Syndrom kommen also alle Zustände in Frage, welche mit einer Volumenvermehrung im Karpaltunnel einhergehen. Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer, wahrscheinlich spielen hormonelle Unterschiede eine Rolle. Meistens besteht eine Vermehrung oder Entzündung des Sehnenscheidengewebes.

Mögliche Ursachen des Karpaltunnel-Syndroms

  • Entzündung und Schwellung der Beugesehnen(scheiden) im Karpaltunnel
  • Frakturen im Handbereich (v.a. Speiche)
  • Schwellungszustände von Hand und Vorderarm, z.B. nach Verletzungen
  • Sehnenscheidenentzündungen /-wucherungen bei der rheumatoiden Arthritis
  • Häufig findet sich aber kein spezifischer Grund

Wie stellt man die Diagnose eines Karpaltunnel-Syndromes?

In den meisten Fällen kann die Vermutungs-Diagnose schon durch die Symptome, die der Patient schildert, gestellt werden. Ganz typisch sind dabei die nächtlichen Beschwerden. Bei der Untersuchung der Hand können spezielle Tests dazu beitragen, die Vermutungsdiagnose zu erhärten. Je nach Situation kann ein Röntgenbild des Handgelenkes notwendig sein. Die Diagnose kann dann durch elektrophysiologische Messungen, die Neurologen durchführen, bestätigt werden. Diese neurologische Untersuchung kann die Lokalisation der Nervenkompression feststellen (im Karpaltunnel oder woanders?) und den Schweregrad objektivieren. Nerven bestehen aus Tausenden von feinsten Fasern, die Signale übermitteln. Bei den Signalen handelt es sich u. a. um

  • die “Gefühlsinformationen”, die z. B. von den Fingerkuppen ins Gehirn geleitet werden und
  • die “motorischen Befehle” = Steuerungsimpulse, die vom Gehrin zu den Muskeln geleitet werden

Bei einer Nervenkompression kommt es zu einer Beeinträchtigung der Signalübermittlung. So ist einerseits regelmässig die Nervenleitgeschwindigkeit vermindert und andererseits die sogenannte motorische Latenz verlängert.

Wie behandelt man ein Karpaltunnelsyndrom?

Bei kurz bestehenden Symptomen oder bei milder Ausprägung der Einklemmung kann eine nicht-operative Therapie versucht werden. Am besten hilft eine Handgelenksschiene, die nachts getragen wird, manchmal gleichzeitig mit abschwellenden Medikamenten. Zusätzlich kann eine Infiltration mit einem lokal wirkenden Kortisonpräparat durchgeführt werden. Bei stärkeren Formen des KTS oder bei ungenügendem Ansprechen auf die vorhin erwähnten Massnahmen kann nur noch die operative Therapie empfohlen werden.
Eine Ausnahme bildet das KTS in der Schwangerschaft: Wenn es gelingt, die akuten Beschwerden einigermassen in den Griff zu bekommen, nehmen die Bescherden häufig nach der Geburt ab bzw. kommt es zu einer Normalisierung. In ausgeprägten Fällen mussten wir aber auch schon operieren, und dann meist beide Seiten.

Was wird beim Karpaltunnel Syndrom operiert und wie sieht die Nachbehandlung aus?

Durch die Spaltung des Karpalbandes (Sie erinnern sich: das Dach des Karpaltunnels) entlastet man den Nerven, weil es dann dem Druck nachgeben kann. Man führt also eine Dekompression durch. Prinzipiell gibt es 2 Möglichkeiten, dies zu bewerkstelligen:

  1. die sogenannte „offene“ Karpalbandspaltung
  2. Die endoskopische Karpalbandspaltung

Bei ersterer erfolgt dies durch einen Schnitt auf der Hohlhandseite über der Handwurzel. Das Karpalband wird gespalten, der Nerv kann inspiziert und ggf. gelöst werden. Häufig vorliegende Verdickungen oder Entzündungen des Sehnenscheidengewebes können direkt mitbehandelt werden: man entfernt das erkrankte Gewebe. Bei der endoskopischen Methode erfolgt i. d. R. ein Schnitt beugeseitig am Handgelenk, um dann eine spezielle Kanüle mit Kameraoptik und Messerklinge in den Karpaltunnel einzubringen. Das Band wird dann „von innen“ gespalten.
Über die Vor- und Nachteile beider Varianten ist schon viel geschrieben worden. Wir gehen hier nicht näher darauf ein. Unsere bevorzugte Vorgehensweise ist die „offene“ Operation. Der Eingriff erfolgt in der Regel in einer Teilnarkose des Arms oder in einer leichten Schlafnarkose. Nach der Operation wird eine Handgelenksschiene angelegt, die die Finger freilässt und lediglich das Handgelenk ruhigstellt. Alle Finger können und sollen frühzeitig bewegt werden. Insgesamt soll die Schiene 1 Woche getragen werden. Die Hautfäden werden nach 12-14 Tagen entfernt. Bis die Hand wieder voll belastbar ist können 6–8 Wochen vergehen. In der Regel dauert die Arbeitsunfähigkeit 2 – 3 Wochen. Die Narbe kann noch mehrere Wochen bis Monate eine gewisse Schmerzhaftigkeit aufweisen.

Was passiert, wenn das Karpaltunnel-Syndrom nicht operiert wird?

Nerven sind heikle Strukturen. Zulange bestehender Druck führt zu einer zunehmenden Funktionsstörung, die sich unter Umständen nicht mehr “erholen” kann. Bei lange bestehender Einklemmung kommt es neben den Sensibilitätsstörungen zu einer zunehmenden Schwäche des Daumens, mit teilweisem Schwinden der Daumenmuskulatur (s. o.). Es ist deshalb in vielen Fällen ratsam, mit der Operation nicht zu lange zu warten.

Wie gross sind die Erfolgschancen einer Operation?

Die KTS-Operation ist eine der häufigsten handchirurgischen Operationen und weist eine Erfolgsrate von über 90% auf. Ein Wiederauftreten der Probleme ist äusserst selten. Der Eingriff ist in geübten Händen kaum mit Komplikationen behaftet. Wir führen die Operation viele Hundertmale pro Jahr durch.