Rhizarthrose Behandlung in Bonn

Das Daumensattelgelenk (DSG) ermöglicht es dem Daumen, zu den anderen Fingern überzugreifen und macht damit eine der wichtigsten Funktionen der Hand aus. Der erste Mittelhandknochen (MHK 1) bildet mit dem Trapezium das Daumensattelgelenk. Durch normalen Alterungsprozeß, nach Unfällen und durch Entzündungen (z.B. Rheuma) kann es zu einem Verschleiß des Gelenkes kommen. Die Beweglichkeit ist zunehmend eingeschränkt und mit Schmerzen verbunden. Insbesondere beim Schlüsseldrehen, Öffnen von Schraubverschlüssen etc. kommt es zu einer wesentlichen Funktionseinschränkung. Man nennt diese Arthrose auch Rhizarthrose. Oft ist auch ein weiteres, benachbartes Gelenk betroffen, das sogenannte STT-Gelenk (das Gelenk zwischen Kahnbein (Skaphoid), grossem Vieleckbein (Trapezium) und kleinem Vieleckbein (Trapezoideum – “t”) – siehe Röntgenbild. Regelmässig kommt auch nur eine isolierte Arthrose des STT-Gelenkes vor, die STT-Arthrose.

Röntgenbild einer RhizarthroseRöntgenbild vor STT-Arthrose-Behandlung in Bonn

Nichtoperative Therapiemöglichkeiten der Rhizarthrose

Konservative (= nicht-operative) Behandlungen kommen dann zum Einsatz, wenn die Zerstörung des Gelenks noch nicht weit fortgeschritten ist. Hierzu muss zunächst ein Röntgenbild vorliegen, um die Knorpelschicht beurteilen zu können. Das Ziel der Behandlung ist es, die Schmerzen zu lindern. Dazu erfolgen bei entzündlichen Formen der Arthrose meist Kortisoninjektionen. Das Kortison entwickelt seine Hauptwirkung praktisch nur am Ort des Geschehens und wird lediglich zum geringen Teil vom Körper aufgenommen – im Gegensatz zu einer Behandlung mit Kortisontabletten. Zweitens kommen Knorpel”aufbau”präparate zur Anwendung, wie z.B. Hyaluronsäure, die unter Röntgenkontrolle direkt in das Gelenk eingespritzt werden. Beide Therapieformen können oft für mehrere Monate eine Verbesserung erzielen.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

  • Bestrahlung
  • Radiosynoviorthese (Injektion einer radioaktiven Substanz)
  • Akupunktur
  • etc.

Zusätzlich können Manschetten bzw. Orthesen Linderung erzielen. Langfristig ist allerdings eine operative Behandlung meist unumgänglich.

Operative Therapie der Rhizarthrose

Röntgenbild nach Rhizarthrose-OperationRöntgenbefund nach Resektionsarthroplastik: Die Information “da kann man nichts machen” ist leider noch oft zu hören, trifft aber nicht zu. Die Operation der Rhizarthrose ist ein standardisiertes Verfahren, welches weltweit von spezialisierten Chirurgen angewendet wird. Wichtigste Merkmale dieser Operation sind:

  1. In fast allen Fällen ist das Resultat gut bis sehr gut
  2. Bis es soweit ist, kann viel Zeit vergehen (bis zu 12 Monate)

Die von uns bevorzugte Operationsmethode der Rhizarthrose besteht zusammenfassend aus der Entfernung des großen Vieleckknochens (Trapezium) und Bildung eines neuen Gelenkes mit körpereigenem Gewebe. Zusätzlich wird der 1. Mittelhandknochen (Röntgenbild: MHK 1) mit einer Sehnenschlinge (auf dem Röntgenbild: FCR – Flexor carpi radialis-Sehne) an die Basis des 2. Mittelhandknochens fixiert. Diese spezielle Form des Eingriffs nennen wir Resektionsarthroplastik nach Epping. Die zum Teil heute noch durchgeführte zusätzliche Einbringung eines Drahtes (meist für 4 Wochen) führen wir nur in Ausnahmefällen durch. Es hat sich gezeigt, dass der Draht nur sehr selten erforderlich ist. Ausserdem verursacht er oft Beschwerden und kann sicht entzünden (und muss auch wieder gezogen werden). Das Operationsverfahren wurde in vielen kleinen Schritten immer weiter optimiert, so haben Sie nur noch einen kleinen Schnitt von ca. 3-4 cm über dem Daumensattelgelenk. Die STT-Arthrose behandeln wir sehr ähnlich. Zusätzlich zum obengenannten Procedere wird u. a. noch ein Teil des kleinen Vieleckknochens (Trapezoideum) entfernt. Die Resektionsarthroplastik des Daumensattelgelenkes ist eine unserer häufigsten handchirurgischen Operationen. Wir führen den Eingriff in fast 100% der Fälle ambulant durch. Als Endergebnis streben wir eine schmerzfreie und volle Beweglichkeit des Daumensattelgelenkes an. Dieses Ziel erreichen wir in den allermeisten Fällen. Die Belastbarkeit ist i. d. R. nicht eingeschränkt, man kann wieder Golfen, Tennisspielen, Im Garten arbeiten, und so weiter.

Vor der Operation

Die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten sollte 14 Tage vor dem geplanten Operationstermin ausgesetzt werden. Klären Sie mit Ihrem Hausarzt, ob z. B. auf Heparinspritzen umgestellt werden muss. Am Tag der Operation kommen Sie nüchtern in die Praxisklinik. Auf eine gute Handhygiene sollten Sie achten, Sie bekommen von uns im Rahmen der Vorbereitungsmassnahmen einen entsprechenden Informationsbogen. Die Fingernägel sollten kurz geschnitten sein. Bei künstlichen Fingernägeln informieren Sie uns bitte, damit wir diese entsprechend abkleben können. Falls Sie Verletzungen oder Wunden an der Hand haben sollten Sie uns informieren, da wir in diesem Fall die Operation ggf. verschieben müssen.

Nach der Operation

Am Operationstag können Sie die Praxisklinik in Bonn ca. zwei bis drei Stunden nach der Operation verlassen. Die Hand sollten sie konsequent hochhalten und im Bett z. B. auf einem Kissen lagern. Hatten Sie eine Teilnarkose des Armes müssen Sie darauf achten, Verletzungen oder Verbrennungen zu vermeiden: die Teilnarkose kann in manchen Fällen bis zum nächsten Tag anhalten.
Nehmen Sie die weiteren Nachbehandlungstermine unbedingt wahr.
Die Gipsschiene bleibt für drei bis vier Wochen. In der Schiene können und sollen Sie alle freien Gelenke bewegen. Anschließend, nach Abnahme der Schiene, werden Sie mit der eigentlichen Übungsbehandlung beginnen. Diese können Sie weitgehend selbst durchführen. In manchen Fällen ist zusätzliche Krankengymnastik nötig.